Internationaler Tag der Familie am 15. Mai

von Redaktion Familienbund

Familien durch Unterstützung stärken

Die UN hat den internationalen Tag der Familie 1993 ins Leben gerufen. Jährlich soll so am 15. Mai auf die Bedürfnisse der Familien aufmerksam gemacht werden. Dieses Jahr steht der Tag unter dem Motto „Families in Development“. Die UN weist dazu auf die große soziale Bedeutung der Familien hin, die durch die Corona-Krise gerade besonders deutlich wird: Es sind die Familien, die die Hauptlast dieser Krise tragen. Sie versorgen und schützen ihre Angehörigen mit besonderem Erkrankungsrisiko, betreuen und beschulen ihre Kinder und erledigen neben ihrer Erwerbstätigkeit auch noch die vermehrte Hausarbeit. Die ohnehin ungleiche Verteilung von Care- und Erwerbsarbeit innerhalb der Familien wird in der Krise verstärkt und deutlich sichtbar: die Hauptlast tragen die Mütter. Wie auch bei der Verteilung der Elternzeit zeigt sich, dass der Wert männlicher Berufstätigkeit höher eingeschätzt und weiter ausgeübt wird, während Frauen entweder zurücktreten oder in viel stärkerem Maß für die Vereinbarkeit ihrer Berufstätigkeit mit der Familie zuständig sind.

Der Familienbund der Katholiken kritisiert scharf, dass Bund und Länder diese immensen Belastungen von Familien ignorieren. Die Politik muss den gesamtgesellschaftlichen Umgang mit dem Corona-Virus korrigieren.

Von den von der Bundesregierung beschlossenen Lockerungen der CoronaSchutzmaßnahmen profitieren nach Ansicht des Familienbundes der Katholiken Eltern und Kinder kaum, während sich die Lage vieler anderer Lebensbereiche spürbar entspannt. Die Politik fordert der Familienbund dazu auf, seinen gesamtgesellschaftlichen Umgang mit dem Corona-Virus zu korrigieren: Kitas und Schulen müssten rasch und in vollem Umfang unter Wahrung von Vorsichtsmaßnahmen öffnen. Alles andere sei Familien inzwischen kaum mehr zuzumuten. „Die Corona Schutzmaßnahmen dürfen nicht länger vor allem auf dem Rücken von Familie lasten“, erklärte der Präsident des Familienbundes Ulrich Hoffmann.  

„Familien sind seit Wochen immensen zusätzlichen Belastungen ausgesetzt, ohne nennenswerte staatliche Unterstützungen“, sagte Hoffmann in Berlin. „Umso bestürzter bin ich jetzt, dass die jüngsten Lockerungen der Schutzmaßnahmen Eltern und Kinder weitgehend ignorieren. Das ist unzumutbar! Dabei machen Länder wie Island, Schweden und Dänemark durchaus erfolgreich vor, dass der Weg zu einer allmählichen Wiederherstellung der gesellschaftlichen Normalität bei jenen beginnen muss, die einen unverzichtbaren gesellschaftlichen Beitrag leisten, die einen Anspruch auf gesellschaftliche Solidarität haben und in der Corona-Krise neben dem Beruf oft über die Belastungsgrenze hinaus zahlreiche zusätzliche familiäre Aufgaben bewältigen müssen – bei Eltern und ihren Kindern und damit auch in Kita und Schule. Kinder haben ein Recht auf Bildung und Förderung für ihre altersgerechte geistige und körperliche Entwicklung. Sie haben auch ein Recht auf Unversehrtheit! Kinder ein halbes Jahr in einem Zustand der Quasi-Quarantäne von diesen Rechten auszunehmen, ist ein inakzeptabler Grundrechtseingriff, hat mit Generationengerechtigkeit nichts zu tun und ist auch nicht durch die aktuelle wissenschaftliche Studienlage gedeckt.“

„Familien trugen und tragen in großer Solidarität mit ihren älteren Angehörigen und der ganzen Gesellschaft die nötigen Einschränkungen mit“, sagte Hoffmann weiter. „Sie erwarten aber nun auch mit großer Dringlichkeit andersherum Solidarität mit den Kindern und ihren Eltern. Diese Solidarität mit Kindern und Familien vermisse ich in den Entscheidungen der Bundesregierung und der Landesregierungen“, beklagte Hoffmann. „Eltern und ihre Kinder gehören in aller Regel nicht zur Risikogruppe. Familien sind unter Einhaltung der inzwischen landesweit verinnerlichten Rücksichtnahme auch keine für Übertragungen besonders prädestinierte Gruppe. Hinzu kommt, dass wir uns in einer Phase der Pandemie befinden, in der wir das Risiko des Corona-Virus weitaus besser einschätzen können, als noch im Januar. In Abwägung mit den enormen auch psychischen Folgeschäden bei Kindern und Jugendlichen ist es verhältnismäßig und unbedingt erforderlich, Kitas und Schulen wieder zu öffnen.“

Die Folgen der aktuellen Politik bezeichnete Hoffmann als Paradox: „Familien dürfen jetzt besichtigen, wie Mitte des Monats der Spielbetrieb der Bundesliga wieder anläuft und sämtliche Geschäfte wieder öffnen, während in Kitas bestenfalls die Notbetreuung etwas erweitert wird und die Länder weiter an einer mehr schlecht als recht funktionierenden Mischung aus Teilzeitunterricht und Homeschooling experimentieren. Einer raschen und vollständigen Öffnung von Kitas und Schulen – auch unter Einhaltung von Infektionsschutzmaßnahmen – kommt die Politik nicht nach, obwohl gerade dadurch Familien in Zeiten von Corona deutlich entlastet werden könnten. Bund und Länder müssen ihren Kurs im gesamtgesellschaftlichen Umgang mit dem Corona-Virus rasch korrigieren. Dafür zu kämpfen, müsste auch der Bundesfamilienministerin ein großes Anliegen sein. Wie auch immer es mit dem Corona-Virus weitergehen wird. Sicher ist: Bis Ende August wird der Akku vieler Familien kaum noch halten, um die immensen Belastungen zu bewältigen.“  

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