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Bildung braucht Bindung Drucken
Montag, 21. Juni 2010
Entwicklungspsychologische Fachtagung mit Frau Prof. DDr. Lieselotte Ahnert, Berlin / Wien

FDK

 

Mit mehr als sechzig Personen war die gemeinsame Fachtagung des Familienbundes der Katholiken,  der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung und des Diözesan-Caritasverbandes, Referat Kinder- tageseinrichtungen im Erzbistum Paderborn sehr gut besucht. Der Familienbund hatte mit Frau Prof. DDr. Liselotte Ahnert eine international anerkannte Wissenschaftlerin eingeladen. (AO)

Frau Prof. DDr. Liselotte AhnertDie Veranstaltung richtete sich in erster Linie an Leiter und Leiterinnen aus dem Bereich der Familienzentren und Kindertageseinrichtungen im Erzbistum Paderborn, Teilnehmer des Grundlagenseminars zum Familienexperten und Kursleiterinnen aus dem Bereich der katholischen Erwachsenen- und Familienbildung, sowie engagierte Eltern. Aus der Sicht des Familienbundes, als Vertreter von Elterninteressen, waren die Ausführungen von Frau Prof. DDr. Ahnert bezogen auf die unterschiedlichen Rollen und Funktionen von Eltern und Betreuungspersonen bei der Bindungs-, Beziehungs-  und Bildungsentwicklung von Kindern und die Gestaltung von „Erziehungspartnerschaft“ wesentlich.

Sie zog folgendes Fazit zu diesem Bereich: „Die Beziehungserfahrungen sind grundlegend in der Entwicklung des Kindes. Der primären Bindung des Kindes (zumeist zur Mutter) kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Die primäre Bindung ist durch sicherheitsgebende Funktionen ausgezeichnet, die in die Emotionsregulation eingreifen und das Selbstbild formen, während sekundäre Beziehungen entwicklungsbegleitende Funktionen haben. Eine Erziehungspartnerschaft zwischen der Mutter und der zusätzlichen Betreuungsperson muss auf Augenhöhe erfolgen und diese Funktionsunterschiede berücksichtigen“.

Die Frage, wie „Erziehungspartnerschaft“ gelingen kann, wurde am Nachmittag am Thementisch des Familienbundes mit 28 Teilnehmern diskutiert. Die Diskussion verdeutlichte, dass es viele gute Arbeitseinsätze von Elternarbeit in den Einrichtungen gibt, dass Wissen um die entwicklungspsychologischen Funktionen von Eltern und Betreuungspersonen und das Entwickeln von Formen der Kommunikation über Entwicklungsfragen der Kinder zwischen den handelnden Personen aber einer intensiveren Fortbildung und Bewusstseinsbildung bedarf.

Bei der Frage der Bildungsentwicklung von Kindern  stellte Frau Ahnert heraus, dass die Bindung der Kinder an ErzieherInnen und LehrerInnen eine zentrale Bedeutung für den Bildungserfolg hat und die selbstbildenden Anlagen der Kinder intensiver genutzt und gefördert werden müssen.

Ziel der Veranstalter muss es sein, die fachwissenschaftlichen neuen Erkenntnisse in die qualitative Weiterentwicklung der Arbeit in Familienzentren, Kindertageseinrichtungen und Grundschulen zu integrieren und die politischen Rahmenbedingungen dafür einzufordern. Hierzu gehören insbesondere, aus der Sicht des Familienbundes,  die Forderung nach Gruppengrößen von nicht mehr als 16 Kindern in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen, ein Personalschlüssel im Bereich der U3 Betreuung von einem pädagogischen Mitarbeiter für drei Kinder, die Qualifizierung der Erzieherausbildung und verpflichtende kontinuierliche Fortbildungsangebote für die tätigen Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen.

Zum Schluss der Tagung zeigten sich sowohl die Teilnehmer, als auch die Veranstalter mit dem Verlauf der Tagung sehr zufrieden und dankten Frau Prof. DDr. Ahnert für ihre wegweisenden Ausführungen.

 

Bildung braucht Bindung_2010

 

 
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