In der Kita von Gott erzählen… eine religiöse Spurensuche

von

Religionspädagogische Teamfortbildung des Familienbundes

„In der Kita von Gott erzählen“, diesen Auftrag nehmen die Erzieherteams der katholischen Kindertageseinrichtungen jeden Tag neu wahr. Dabei tun sich immer wieder Fragen auf, die sich aus dem Miteinander im Kita-Alltag im Zusammenhang mit dem eigenen Glauben und der Vermittlung religiöser Werte an die Kinder, die eine Tageseinrichtung besuchen, ergeben.

Solche Fragen bewegten auch die Mitarbeiterinnen der katholischen Tageseinrichtung „Petrus Canisius“ in Hagen im Rahmen ihres jüngsten Teamfortbildungstages:
* Wann, wie oder wo geschieht Weitergabe des Glaubens im Kindergartenalltag?
* Welche persönliche Haltung bringen Erzieherinnen für diese Aufgabe mit?
* Welche Unterstützung brauchen Kita-Mitarbeiterinnen, um Anforderungen an die altersentsprechende Weitergabe des Glaubens und christlicher Wertorientierung gewachsen zu sein und gerecht zu werden?

Schon lange Zeit war im Kollegium zu spüren gewesen, so berichtete im Rahmen der Vorbereitung des Teamfortbildungstages Einrichtungsleiterin Christina Trust-Niedergriese, dass jede Mitarbeiterin, auf unterschiedliche Weise im Glauben geprägt, nach geeigneten Formen suchte, Kindern den Glauben auf altersangemessene Art und Weise nahe zu bringen, obwohl oder vielleicht gerade weil das religiöse Zusammenleben und von Gott Erzählen im Kindergarten oft genug im Alltagsgeschäft in den Hintergrund rückte.

Um dieser Feststellung offensiv zu begegnen, war die Entscheidung schnell klar: Im Rahmen eines Team-Tages sollte diese Thematik aufgegriffen werden.

Mit Unterstützung von Barbara Sandfort, Bildungsreferentin des Familienbundes im Erzbistum Paderborn, begab sich das gesamte Erzieherteam also auf eine Spurensuche zu den eigenen religiösen Wurzeln. Dieser erste Schritt, einen mutigen Blick in die eigene biographische Prägung zu wagen und im Kollegenkreis darüber zu sprechen, war notwendig, um gemeinsame Grundlagen für die große Aufgabe, in der Kita von Gott zu erzählen, hervorzuheben, ein Stück religiöse Selbstreflexion anzustoßen und sich die eigene religiöse Kompetenz (einmal wieder) bewusst zu machen.

Die Erkenntnis, dass Glaubensvermittlung vor allem durch die persönliche Haltung, anders ausgedrückt, durch das Vorbild der Erzieherinnen geschieht, spielte im Verlauf des Tages immer wieder eine große Rolle, ebenso wie die Feststellung, dass durch die Arbeit in der Kita Familien erreicht werden können, die im religiösen Leben einer Kirchengemeinde gar nicht vertreten sind (eine große Chance in der Begegnung mit den Familien). So gesehen, kommt der Lebensraum Kita gegenwärtig fast schon einer „Gemeinde auf Zeit“ gleich und damit fällt auch den Erzieherinnen in der Vermittlung des Glaubens in der Kita neben der Familie als Keimzelle christlichen Lebens eine neue Schlüsselposition zu.
Ungewohnte Gedanken, an die sich jede Mitarbeiterin an diesem Tag auf ihre Weise annähern konnte.

In diesem Zusammenhang wurde auf unterschiedliche Art von den Mitarbeiterinnen auch zum Ausdruck gebracht, dass ihrer Beobachtung nach ein religiöses Empfinden bei vielen Kindern vorhanden sei und die sensible Aufgabe nun darin bestehe, achtsam zu sein gegenüber dem, was Kinder aus sich selbst heraus an Religiosität schon mitbringen und diese Schätze zu heben. Neben all diesen grundsätzlichen Überlegungen wurde außerdem dem großen Bedürfnis nach konkreten Anregungen für die religiöse Praxis in der Kita durch eine Vielzahl von musischen und spielerischen Beispielen, das biblische Leben und die Erzählungen von Gott und Jesus in der Bibel lebendig werden zu lassen, Rechnung getragen und komplettierte damit die Anliegen dieser intensiven Teamfortbildung.

Dass dieser Tag am Ende allen Beteiligten sehr gelungen erschien, war nicht zuletzt der großen Bereitschaft jeder Mitarbeiterin zu verdanken, im Zusammenhang mit den Fragen zur Vermittlung religiöser Inhalte offen von sich selbst und dem eigenen Verhältnis zum Glauben zu sprechen.

Nun heißt es, die Anregungen in den Alltag einzubauen und den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit den Kolleginnen weiterzugehen: sehr persönliche Schritte von den Mitarbeiterinnen einer Kita, die sicher auch im großen Kontext des aktuell gezeichneten Zukunftsbildes der Leitung des Erzbistums Paderborn vor allem im Rahmen der Aneignung dieses Zukunftsbildes in der Kita Petrus Canisius in Hagen ihren Niederschlag finden.

Barbara Sandfort

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